3 Min. Lesezeit

Ein Bagger. Zum Beispiel ... Vorfälle an der Glasfaserstrecke mit ALM sofort erkennen und beheben

Ein Bagger. Zum Beispiel ... Vorfälle an der Glasfaserstrecke mit ALM sofort erkennen und beheben

Was auf einer Glasfaserstrecke - z. B. zwischen zwei Rechenzentren - passiert, bleibt oft lange unbemerkt. Dabei können schon kleine Veränderungen später zu erheblichen Problemen in der Datenübertragung führen. Unser Kollege Daniel Dubiel erklärt, wie Advanced Link Monitoring (ALM) Transparenz schafft und die Fehlersuche deutlich beschleunigt.

Ein Bagger erwischt bei Bauarbeiten ein Glasfaserkabel, Feuchtigkeit dringt in einen Kabelschacht ein oder jemand manipuliert eine Leitung. Die Ursachen können unterschiedlich sein. Die Folgen sind oft dieselben: instabile Verbindungen, Ausfälle und eine aufwendige Fehlersuche.

Wer kritische Glasfaserinfrastrukturen betreibt, möchte solche Probleme möglichst früh erkennen, idealerweise bevor Nutzer oder Anwendungen betroffen sind. Genau hier setzt Advanced Link Monitoring (ALM) an. Die Lösung überwacht Glasfaserstrecken kontinuierlich während des laufenden Betriebs und meldet Veränderungen in Echtzeit. So lassen sich Störungen schneller eingrenzen, Ursachen präziser lokalisieren und Ausfallzeiten reduzieren.

Das Problem liegt oft zwischen den Standorten

In den meisten Netzwerken werden Router, Switches, Firewalls und Anwendungen umfassend überwacht. Fällt eine Komponente aus oder verschlechtert sich die Performance, erzeugen die Systeme entsprechende Alarme.

Die Glasfaserstrecke selbst bleibt dagegen häufig ein blinder Fleck. Dabei entstehen viele Probleme genau dort. Eine Leitung kann beschädigt werden, ohne dass die Verbindung sofort ausfällt. Die Dämpfung steigt, die Signalqualität verschlechtert sich langsam, und erst mit zeitlicher Verzögerung werden erste Auswirkungen auf die Dienste sichtbar. Dann beginnt die oft mühsame Suche nach der Ursache.

Gerade bei langen Strecken zwischen Standorten, Rechenzentren oder kritischen Infrastrukturen kostet diese Fehlersuche wertvolle Zeit. Wer schneller reagieren möchte, muss deshalb nicht nur die aktiven Komponenten überwachen, sondern auch die Glasfaser selbst.

 

Biegekoppler-Versuche erkennen

Mit sogenannten Biegekopplern lassen sich Lichtsignale aus einer Glasfaser auskoppeln, ohne die Verbindung unmittelbar zu unterbrechen. Solche Hacker-Eingriffe verändern die optischen Eigenschaften der Strecke und können durch die permanente Überwachung erkannt werden. Dieses Szenario zeigen wir zusammen mit dem ADTRAN ALM-16-Monitoring in unseren Live- Demos. 

Biegekoppler

Was macht Advanced Link Monitoring anders?

ALM bringt die Überwachung direkt auf die physikalische Infrastruktur. Dafür nutzt die Lösung eine eigene Monitoring-Wellenlänge mit 1650 Nanometern. Während die produktiven Daten über die bestehenden Wellenlängen übertragen werden, überwacht ALM parallel und kontinuierlich den Zustand der Glasfaser. Die Datenübertragung wird dabei nicht beeinflusst.

Das Verfahren basiert auf OTDR (Optical Time Domain Reflectometry). Vereinfacht gesagt sendet das System optische Impulse in die Faser und analysiert die zurückkehrenden Reflexionen. Auf diese Weise entsteht ein detailliertes Profil der Strecke, das als Referenz gespeichert wird.

Verändert sich später die Dämpfung an irgendeiner Stelle der Verbindung, erkennt ALM diese Abweichung sofort. Das kann auf einen beginnenden Schaden, Feuchtigkeit, einen Kabelbruch oder auch einen Manipulationsversuch hindeuten.

ALM_01

ALM Dashboard

Das ALM Dashboard zeigt den Zustand der Glasfaserstrecken in Echtzeit und meldet Veränderungen sofort. 

Alm 2

Auf dem Techniker-Smartphone 

Der ergänzende Mosaic Fiber Director lokalisiert Störungen präzise auf der Strecke. Als App auf dem Smartphone  unterstützt er Service-Techniker bei der schnellen Anfahrt zum betroffenen Abschnitt. 

Nicht nur erkennen, sondern auch lokalisieren

Der eigentliche Mehrwert liegt aber nicht allein im Alarm. Die entscheidende Frage lautet meist: Wo ist das Problem entstanden?

ALM erkennt nicht nur die Veränderung auf der Strecke, sondern lokalisiert sie gleichzeitig. Dadurch wissen Betreiber und Service-Teams deutlich schneller, an welcher Stelle sie suchen müssen. Das reduziert den Analyseaufwand erheblich und beschleunigt die Entstörung. Dadurch lässt sich die durchschnittliche Wiederherstellungszeit oft um mehrere Stunden verkürzen. Moderne Management- und GIS-Systeme können die erkannten Ereignisse zudem grafisch darstellen und dem betroffenen Streckenabschnitt zuordnen.

Für noch mehr Sicherheit: Passive ALM-Sensoren überwachen Schachtdeckel und Straßenverteiler und melden in Echtzeit, wenn ein Zugang geöffnet wird – mehr dazu im Video.

Permanent überwacht statt gelegentlich kontrolliert

Ein weiterer Unterschied zu vielen klassischen Verfahren liegt in der Art der Überwachung. Viele Messsysteme prüfen Leitungen in bestimmten Zeitabständen oder nacheinander. Zwischen zwei Messungen können Ereignisse unbemerkt bleiben.

ALM überwacht die Faser dagegen permanent. Veränderungen werden unmittelbar erkannt und gemeldet. Dadurch lassen sich auch kurzfristige Störungen oder Eingriffe erfassen, die bei zyklischen Messungen möglicherweise nicht sichtbar wären.

Besonders interessant für kritische Infrastrukturen

Advanced Link Monitoring eignet sich überall dort, wo Glasfaserverbindungen geschäfts- oder versorgungskritisch sind. Dazu gehören unter anderem:

    • Rechenzentrumskopplungen
    • Carrier- und Providernetze
    • Stadtwerke und Energieversorger
    • Behörden und KRITIS-Betreiber
    • Dark-Fiber-Infrastrukturen
    • Punkt-zu-Punkt- und PON-Netze

Fazit

Advanced Link Monitoring macht die Glasfaser selbst transparent. Die Lösung überwacht Strecken kontinuierlich, erkennt Veränderungen in Echtzeit und lokalisiert deren Ursache direkt auf der Leitung. Für Betreiber kritischer Infrastrukturen bedeutet das vor allem eines: mehr Kontrolle über die eigene Infrastruktur und deutlich weniger Zeitverlust bei der Entstörung.

 

Daniel Dubiel
Daniel Dubiel, Solution Consultant Optical Network, dacoso

Die optische Datenübertragung ist seit vielen Jahren Daniels technische Heimat. Von unserer Berliner Niederlassung aus begleitet er Unternehmen, Netzbetreiber und KRITIS-Organisationen bei der Planung, Absicherung und dem Betrieb moderner Glasfaserinfrastrukturen. Als einer unserer Spezialisten für Advanced Link Monitoring (ALM) ist er Ansprechpartner für die Überwachung und Absicherung kritischer Glasfaserstrecken und sorgt mit seiner Erfahrung für den passgenauen Einsatz der Technologie beim Kunden.

Immer einen Schritt voraus!

UPDATES ABONNIEREN

Melden Sie sich kostenfrei für unsere regelmäßigen News an. 

Wir liefern Ihnen kompakte, praxisnahe Experten-Insights zu Connectivity und Cyber Security, relevante Tech-Trends – von aktuellen Security-Fragen bis hin zu Zukunftsthemen wie quantensichere Verschlüsselung – sowie exklusive Einblicke in die dacoso-Welt. So bleiben Sie informiert und können fundierte Entscheidungen für die Sicherheit Ihres Unternehmens treffen.